Was spricht für, oder gegen einen Terminal-Server für den Einsatz von EPLAN?

Diese Frage kann schnell beantwortet werden, denn bis auf den initialen Aufwand bzw. Kosten gibt es nur Vorteile:

  • Teilen von Hardware-Resourcen und somit keine teuren Clients nötig
  • Administration ist deutlich einfacher
  • Remote-Arbeit möglich
  • Performance Performance Performance: Denn alle Daten liegen zentral und sind schnellstmöglich angebunden

Leider gibt es wenig Hardware-Empfehlungen von EPLAN wie so ein Terminalserver ausgestattet werden soll.
Zusätzlich listet EPLAN als Virtualisierungslösung bzw. Terminal-Software ausschließlich Citrix.

Aus diesem Grund haben wir einen Performance-Test mit einem Windows Terminal Server gemacht und möchten das Resultat hier für alle kostenfrei zugänglich machen.

Testaufbau

Getestet wurde in einer Windows-Terminalserver Umgebung via RDP-Verbindung.

  • Hypervisor: Proxmox
  • Betriebssystem: Windows Server Essentials 2022
  • EPLAN: 2023
  • Anzahl aktiver User: 5
  • CPU: 8 Core 3,6 GHz
  • RAM: 40 GB
  • Netzwerk Clients: 100 Mbit aus Home-Office (Hessen, Bayern, Österreich) über Wireguard VPN (MTU 1450)
  • Netzwerk Server: 1000 Mbit Standort Nürnberg, welcher über Falkenstein geroutet wird (HETZNER)
  • Ping: 10-18ms
  • GPU: Geforce GTX 1080 8 GB

Die Installation von EPLAN ist nicht ganz trivial, denn viele Einstellungen sind stationsbezogen, was im Falle eines gemeinsamen Rechners für alle User, zu Problemen führen kann.

Wir haben unterschiedliche Workflows in EPLAN und mit anderen Applikationen durchgespielt, um ein reales Szenario darzustellen. Auch Pro Panel wurde hier berücksichtigt.

Somit handelt es sich um ein reines Remote-Work Szenario, da kein User direkten und somit schnellen Netzwerkzugriff hat.

Resultat

Auch hier könnte man abkürzen und sagen: Super!

Aber was heißt das konkret. Das Wichtigste wohl zuerst, die „gefühlte Geschwindigkeit“, denn das ist aus User-Sicht dass was am Schluss zählt:
Die Frameraten sind super. Einzig bei Pro Panel könnte man meinen dass es ein bisschen flüssiger sein könnte, aber es ist dennoch eine Performance mit der man sehr gut arbeiten kann.
Im Schalplan hat man die volle Power der Maschine, denn nicht alle User arbeiten gleichzeitig und die Resourcen wie RAM, CPU usw. können somit mit genutzt werden.

Wir haben die verschiedenen Lasten (RAM/CPU/GPU) aufgezeichnet. Somit können wir eine Minimal- bzw. Optimal-Empfehlung geben, was für eine Hardware pro User notwendig ist:

  • CPU: 2-3 Cores 3,6-4,0 GHz
  • RAM: 4-8 GB
  • Netzwerk: 100-1000 Mbit, Ping 10-100
  • GPU: 1-2 GB (Direct 3D Unterstützung)
  • Festplatte: SSD pro EPLAN Projekt 100-200 Mbyte, bei Pro Panel 200-500 Mbyte

Da wir bei ibKastl mit MacBooks arbeiten, war hier ein bisschen Suche notwendig um eine RDP-App zu finden welche die Hardware wie Tastatur und Maus korrekt unterstützt. Am besten hat uns hier Jump Desktop gefallen, was wir nun auch einsetzen.

Fazit

Ja, wir haben produktiv auf den Terminal-Server umgestellt, da auch bei uns die Vorteile überwogen haben! Primär wollten wir aber auch eine Umgebung, in der wir schnell und einfach Kunden-Szenarien durchspielen, bzw. Fehlersuche machen können.
Alles in allem war es auch für uns eine interessante Erfahrung und es hat natürlich auch Spaß gemacht mit den Kollegen zu versuchen den Server ins Schwitzen zu bringen… was wir (zum Glück) nicht geschafft haben.

Falls auch Sie Interesse an einer Terminalserver-Lösung haben, freuen wir uns sehr auf Ihren Kontakt.

Von Veröffentlicht am: 2023-05-24Kategorien: EPLAN9 Kommentare on Windows Server 2022 und EPLAN

Kommentar hinterlassen

  1. Michael Temmer 2024-05-29 at 09:09 - Reply

    Wir bekommen einfach nicht die Leistung zum EPLAN, die wir gerne hätten bei unserer Hardware.
    6000 Seiten Projekt und man wartet 3-5 Sekunden beim Seitenwechsel. Dabei läuft alles lokal am Terminalserver. Die Ordner und die eplan.exe sind auch vom Antivirus ausgenommen. Stationseinstellungen sind pro User.

    • Johann Weiher 2024-05-29 at 09:12 - Reply

      Die fehlende Performance kann an verschiedenen Faktoren liegen. Schreib uns gerne einmal eine Email 📧

  2. Michael Temmer 2024-05-28 at 09:55 - Reply

    Was habt ihr denn für eine CPU im Einsatz, Johann?

    • Johann Weiher 2024-05-28 at 10:49 - Reply

      Eine Intel i7-7700 ist beim Server im Einsatz. Diese wird via Proxmox an die VM durchgereicht:
      1 socket, 8 cores [host,hidden=1,flags=+pcid]

  3. Tim Keens 2023-10-25 at 11:23 - Reply

    Hallo,
    um das Problem mit den stationsbezogenden Einstellung zu lösen gibt es die Variable ‚%USERNAME%‘.

    Beispiel in der Konfiguarationsdatei:

    \\EPLAN-PFAD\EPLAN\Settings\Electric P8\2023.0.3\x64\Cfg\%USERNAME%

    \\EPLAN-PFAD\EPLAN\Settings\Electric P8\2023.0.3\x64\Cfg\%USERNAME%

    Ich hoffe es hilft…

    • Johann Weiher 2023-10-25 at 14:47 - Reply

      Ja, das geht, solange man eine Station (Rechner) hat und dieser nicht umbenannt wird (Rechner-Name). Bessere Lösung ist dies über einen Aufrufparameter der Desktop-Verknüpfung zu lösen:
      „C:\Program Files\EPLAN\Platform\2024.0.1\Bin\EPLAN.exe“ /Variant:“Electric P8″ /Station:“%USERNAME%“

  4. Derek Sengstock 2023-10-10 at 12:06 - Reply

    Wieder mal eine super Idee und dann auch noch in die Realität umgesetzt und geteilt. Vielen, vielen Dank.

    • Lukas 2023-12-26 at 19:39 - Reply

      Wie groß waren denn die Projekte in eurem Test? Also eingegebene Seiten und Auswertungen.? Bei unseren aktuellen Projektgrößen von 2500/6000 Seiten + ~15 Bauräumen (1,5 GB) macht es auf dem Terminalserver genauso wenig spaß wie auf dem Client Server Modell.

      Sind allerdings aktuell noch beschnitten mit 6 Usern auf insgesamt 4 v-cores mit max. 2,9 gHz …. die aber bei weitem nicht ausgelastet sind….

      Grüße

      • Johann Weiher 2024-05-29 at 09:13 - Reply

        Die fehlende Performance kann an verschiedenen Faktoren liegen. Schreib uns gerne einmal eine Email 📧

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